Wenn Fußball Brücken baut: Die Nationalmannschaft spielt in Osterburg remis.

Osterburg (mm). Am Wochenende trainierten besondere Gäste an der Landessportschule Osterburg. Die U23-Gehörlosen-Nationalmannschaft des Deutschen Gehörlosen-Sportverbands absolvierte dort ein viertägiges Trainingslager, um sich auf die im Mai in Serbien stattfindende Weltmeisterschaft vorzubereiten.

Der Lehrgang bot ein abwechslungsreiches Programm. Neben klassischen Trainingseinheiten standen auch Athletik-, Team- und Taktiktraining auf dem Programm. Ein Höhepunkt war das Testspiel gegen die A-Jugend des 1. FC Lok Stendal am Freitag, welches leistungsgerecht 3:3 endete. Zunächst sah es nach einer 2:0-Führung für das Auswahlteam nach einer eindeutigen Angelegenheit aus, jedoch ließen die Stendaler Spieler um Trainer Toralf Meier zu keiner Zeit locker und verdienten sich ein Unentschieden.

„Lok war ein sehr spielstarker Gegner und hat meine Jungs gut gefordert. Wir müssen nach hinten konzentrierter arbeiten und vor dem Tor abgezockter agieren. Wenn man bedenkt, dass bei unserer Elf mehr als zehn Stammspieler fehlten, war der Auftritt sehr in Ordnung”, so Bundestrainer Georg Schnieders.

Toralf Meier äußerte sich im Anschluss wie folgt: „Aus gesellschaftlicher Sicht finde ich solche Spiele extrem wichtig. Es ist gelebte Inklusion. Die Spieler beider Teams haben das gleiche Hobby. Also raus auf den Platz und dem Hobby ohne Vorurteile nachgehen! Sportlich war der Plan, an einem spielfreien Wochenende im Rhythmus zu bleiben. Die Ergänzungsspieler sollten viel Spielzeit bekommen, was auch funktioniert hat.“

Grundsätzlich unterscheidet sich Fußball im Gehörlosensport kaum vom klassischen Fußball. Dennoch gibt es einige Besonderheiten: So nutzte der Schiedsrichter Jan Reinecke zusätzlich eine Fahne, um seine Entscheidungen für die Spieler besser sichtbar zu machen. Für die weitere Verständigung standen zudem ein Gebärdensprachdolmetscher bereit.

Das Team der Gehörlosen U23-Nationalmannschaft war von der Landessportschule Osterburg sehr angetan. „Die Bedingungen an der Sportschule waren hervorragend. Der gute Hotelstandard, die sehr kompetenten und freundlichen Mitarbeiter und die optimalen Trainingsbedingungen indoor wie outdoor haben uns beeindruckt. Auch die Freizeitangebote wie die Feuerschale und das Stockbrot haben meinem Team und meinem Stab großen Spaß gemacht. Wir kommen gerne wieder“, so Schnieders zum Abschluss des Trainingslagers.

„Für Serbien macht die durch zahlreiche Absagen wegen Ausbildungs- und Abiturprüfungen sowie Verletzungen reduzierte Mannschaftsstruktur schon etwas Sorgen. Dennoch machen die nominierten Jungs ihre Sache sehr gut. Wenn alles passt, streben wir einen Platz unter den Top vier an“, gibt Schnieders einen Ausblick auf den nächsten großen sportlichen Höhepunkt. Vom 11. bis 23. Mai findet die U23-Weltmeisterschaft in Serbien statt. Dort trifft die deutsche Auswahl unter anderem auf Mannschaften aus Japan, Kenia, Liberia, Großbritannien, Polen und der Ukraine.

Das Trainingslager in Osterburg war ein wichtiger Baustein in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft.

Es wurde auch für einen regen Austausch mit Vertretern der Region genutzt. So schaute beispielsweise am Freitag Landrat Patrick Puhlmann beim Team vorbei, um sich über die Struktur des Deutschen Gehörlosen-Sportverbands zu erkundigen und dem Team viel Erfolg zu wünschen.

Auch in der Altmark bietet der Altmärkische Gehörlosensportclub Sport für Gehörlose an. Der Verein besteht aus den Sparten Bowling, Dart und Fußball. Beim Freundschaftsspiel am Freitag weilte eine etwa zehn Personen starke Delegation des Vereins um die Vereinsvorsitzende Christiane Klas und Reiko Lühe, den Vorsitzenden des Inklusionsbeirats des Landkreises Stendal, vor Ort.

„Der Austausch abseits des Platzes war besonders wertvoll. Dass so viele Gehörlose vor Ort waren, zeigt, wie wichtig solche Veranstaltungen für die regionale Gehörlosengemeinschaft sind. Solche Veranstaltungen fördern das gegenseitige Verständnis und die Inklusion. Gerade der Kontakt zwischen hörenden und gehörlosen Spielern trägt dazu bei, Barrieren abzubauen und den respektvollen Umgang miteinander zu stärken. Solche Events sind nicht nur sportlich sinnvoll, sondern haben auch eine gesellschaftliche Bedeutung“, so Lühe.

Einen Zusammenschnitt des freundschaftlichen Vergleichs kann auch bei Altmark Fußball angesehen werden.

Seit einigen Jahren organisiert der Altmärkische Gehörlosensportclub im Sommer ein Inklusionsfußballturnier für hörende und nicht hörende Fußballer. Im Sommer 2025 wurde die sechste Auflage in Schernebeck ausgetragen.

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Bildquelle: Stefan Rühling, Altmark Fussball, Deutschen Gehörlosen-Sportverband und KFV