Paris (PM/ tk/mm) Ohne sie würde kein Fußballspiel funktionieren. Schiedsrichter stehen Woche für Woche auf den Sportplätzen, treffen innerhalb von Sekunden Entscheidungen und sorgen dafür, dass Regeln eingehalten werden. Während Spieler ihre Tore feiern und Mannschaften um Punkte kämpfen, bleibt die Leistung der Unparteiischen häufig im Hintergrund.
Einer, der sich dieser anspruchsvollen Aufgabe mit großem Engagement widmet, ist Lennardt Florian Diethe vom SSV Havelwinkel Warnau, welcher in der Vorspielzeit in 65 Punkt- und Freundschaftsspielen als Schiedsrichter oder Schiedsrichterassistent aktiv war.
Der junge Schiedsrichter durfte vom 6. bis 11. Juli 2026 eine ganz besondere Erfahrung machen. Diethe vertrat seinen Verein und den Kreisfachverband Fußball Altmark-Ost bei den Paris World Games und leitete bei dem internationalen Nachwuchsturnier Begegnungen mit Mannschaften aus zahlreichen Ländern. Die Paris World Games gehören zu den großen internationalen Jugendturnieren Europas. Jährlich kommen in der französischen Hauptstadt Fußballteams der Altersklassen U10 bis U19 aus vielen Teilen der Welt zusammen.
Eine gemeinsame Grundlage aber verbindet alle Beteiligten: die Regeln des Fußballs. Damit diese eingehalten werden, waren bei der Veranstaltung mehr als 70 Schiedsrichteraus aller Welt im Einsatz. Die Unparteiischen kamen unter anderem aus Mexiko, den Vereinigten Staaten, Ägypten und nahezu allen europäischen Ländern. Aus Deutschland wurden lediglich drei Schiedsrichter für das Turnier berücksichtigt. Einer von ihnen war Lennardt Florian Diethe. Für ihn bot sich damit die Gelegenheit, weit über den heimischen Fußball hinaus Erfahrungen zu sammeln. Diethe leitete während der Turniertage Spiele mit Mannschaften aus Haiti, Taiwan, Mexiko, den USA, Spanien, Italien und Frankreich. Gerade für einen Schiedsrichter ist es eine besondere Aufgabe, sich innerhalb kürzester Zeit auf diese Unterschiede einzustellen. Entscheidungen müssen klar getroffen und verständlich vermittelt werden. Nicht immer ist dabei eine gemeinsame Sprache vorhanden. Körpersprache, Auftreten, Ruhe und Konsequenz bekommen bei einem internationalen Turnier deshalb eine noch größere Bedeutung. Auch die körperlichen Anforderungen waren erheblich. Aufgrund des eng getakteten Spielplans standen für die Schiedsrichterteams durchschnittlich sechs Begegnungen pro Tag auf dem Programm. Konzentration und Leistungsfähigkeit waren somit vom ersten bis zum letzten Spiel gefragt. Die Gespanne wurden während des Turniers regelmäßig neu zusammengestellt. Diethe leitete Partien gemeinsam mit Schiedsrichtern aus Mexiko, Spanien, England, Italien und der Türkei.
Für Diethe eröffnete sich dadurch die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Wie lösen andere Schiedsrichter Konfliktsituationen? Wie kommunizieren sie mit Spielern und Trainern? Wann greifen sie frühzeitig ein, wann lassen sie ein Spiellaufen? Solche Fragen lassen sich nicht alle in Lehrgängen oder anhand eines Regelheftes beantworten. Oft sind es praktische Erfahrungen und direkte Gespräche mit Kollegen, die einen Schiedsrichter langfristig weiterbringen. Ein wichtiger Bestandteil der Paris World Games war deshalb auch die gezielte Förderung der eingesetzten Unparteiischen. Sämtliche Begegnungen wurden von erfahrenen Beobachtern begleitet. Nach den Spielen erhielten die Schiedsrichter ein individuelles Feedback zu ihrer Leistung. Dabei ging es nicht nur um einzelne Entscheidungen. Bewertet wurden unter anderem das Stellungsspiel, die Laufwege, die Persönlichkeit, die Kommunikation, die Zusammenarbeit im Gespann und der Umgang mitschwierigen Situationen. Für junge Schiedsrichter ist eine solche Rückmeldung besonders wertvoll. Sie zeigt nicht nur mögliche Fehler auf, sondern stärkt auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Qualität der Beobachter unterstrich den hohen Stellenwert der Veranstaltung. Zu ihnen gehörten aktive und ehemalige Unparteiische aus dem internationalen Spitzenfußball.
Für Lennardt Florian Diethe bedeuteten die Gespräche mit diesen Persönlichkeiten eine außergewöhnliche Möglichkeit zur Weiterbildung. Hinweise von Schiedsrichtern, die selbst auf höchstem nationalem und internationalem Niveau tätig waren oder noch immer sind, erhält ein junger Referee schließlich nicht jeden Tag.
Dass Diethe während des Turniers überzeugen konnte, zeigte sich spätestens zum Abschluss der Paris World Games. Er wurde als Schiedsrichter für das Finale der Altersklasse U 12 zwischen zweifranzösischen Mannschaften angesetzt. Eine Endspielnominierung ist bei einem derart großen Teilnehmerfeld eine besondere Auszeichnung. Sie zeigt, dass die Verantwortlichen Vertrauen in seine Leistungen, sein Auftreten und seine Entscheidungsfähigkeit hatten. Für Diethe selbst standen dennoch nicht allein die einzelnen Spielleitungen oder die Finalansetzung im Vordergrund. Vor allem die vielen Begegnungen und Gespräche mit Schiedsrichtern aus anderen Ländern werden ihm in Erinnerung bleiben.
Auch beim SSV Havelwinkel Warnau verfolgt man den Weg des jungen Schiedsrichters mit großem Stolz. Der Verein weiß, welchen Stellenwert engagierte Unparteiische für den Fußball besitzen. Sie repräsentieren ihren Club nicht nur bei ihren Einsätzen, sondern übernehmen auch Verantwortung für den gesamten Spielbetrieb. Gerade im Amateur- und Nachwuchsfußball ist diese Arbeit von unschätzbarem Wert. Ohne Schiedsrichter könnte am Wochenende auf vielen Plätzen kein Ball rollen.
Umso wichtiger sind junge Menschen wie Lennardt Florian Diethe, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich auch schwierigen Situationen zu stellen. Denn die Tätigkeit bringt nicht nur Anerkennung und besondere Erlebnisse mit sich. Schiedsrichter müssen Kritik aushalten, Konflikte lösen und innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen, die nicht immer allen Beteiligten gefallen. Fehler werden häufig deutlicher wahrgenommen als gute Leistungen. Dafür braucht es Mut, Selbstvertrauen und eine starke Persönlichkeit. Gleichzeitig bietet das Schiedsrichterwesen jungen Menschen enorme Entwicklungsmöglichkeiten. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen, klar zu kommunizieren und auch unter Druckruhig zu bleiben. Sie übernehmen Verantwortung und werden Teil einer Gemeinschaft, die weit über Vereins- und Landesgrenzen hinausreicht. Diethe hat dies in Paris auf besondere Weise erlebt. Sein Einsatz bei den Paris World Games kann deshalb auch anderen jungen Fußballbegeisterten Mut machen, selbst zur Pfeife zu greifen. Nicht jeder muss seine sportliche Laufbahn ausschließlich als Spieler verfolgen. Auch als Schiedsrichter können sich Türen öffnen– bis hin zu internationalen Turnieren und Begegnungen mit Menschen aus aller Welt. Für Lennardt Florian Diethe waren die Tage in Paris ein weiterer wichtiger Schritt auf seinem Weg. Er vertrat den SSV Havelwinkel Warnau und damit auch den altmärkischen Fußball auf internationaler Bühne. Die Finalansetzung war der sportliche Höhepunkt einer Woche, die ihm viele neue Eindrücke, wertvolle Rückmeldungen und bleibende Kontakte bescherte.
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