Stendal (kf). Eine der größten Herausforderungen im deutschen Amateurfußball ist es, Spiele mit ausgebildeten Schiedsrichtern zu besetzen. In der Regel gibt es in den einzelnen Verbänden eher einen Mangel als ein Überangebot an Schiedsrichtern. Dank der seit vielen Jahren andauernden, allgemein vorbildlichen Arbeit zur Gewinnung und Bindung von Schiedsrichtern im Kreisfachverband Fußball Altmark-Ost gehört die östliche Altmark jedoch zu den wenigen Regionen in Deutschland, in denen dies kein großes Thema ist. Diese positive Situation haben die Vereine, die Schiedsrichter und der Kreisverband Fußball gemeinsam erreicht. Für die Saison 2025/26 haben die Vereine des Kreisfachverbandes bisher 137 Schiedsrichter, Paten und Beobachter gemeldet, darunter neun Mädchen und Frauen. Als einer der wenigen Kreise im Fußballverband Sachsen-Anhalt kann der KFV die Kreisliga und Kreisklasse aktuell vorwiegend mit Schiedsrichterassistenten besetzen.
Laut Spielordnung müssten alle Vereine in dieser Spielzeit nur 92 Schiedsrichter stellen. Somit gibt es aktuell 49 Prozent mehr Schiedsrichtermeldungen im Kreis als von der Spielordnung vorgesehen. Nicht alle Schiedsrichter erfüllen die vom Verband vorgegebene Mindestanzahl an Einsätzen vollumfänglich. Jedoch helfen auch Schiedsrichter, die bei weniger Spielen aktiv sind, den Schiedsrichteransetzern, die Paarungen mit ausgebildeten Schiedsrichtern abzusichern. Teilweise leisten Schiedsrichter auch nur wenige Spiele in der Saison ab, weil sie nach einem beruflichen oder privaten Umzug nur sehr unregelmäßig in ihrer alten Heimat sind.
Viele Vereine tragen mit dauerhafter Werbung für Schiedsrichter oder durch Wertschätzung aus dem Verein heraus maßgeblich zu den sehr positiven Schiedsrichterzahlen bei. Folgende Vereine erfüllen ihre Schiedsrichterstellung für die aktuelle Spielzeit bereits jetzt um mindestens einen Schiedsrichter über:
– Saxonia Tangermünde
– SV Rot-Weiß Arneburg
– SSV Havelwinkel Warnau
– FSV Havelberg
– SV Grieben
– SV Germania Klietz
– SV Preußen Schönhausen
– SV Grün-Weiß Staffelde
– Post SV Stendal
– Schönberger SV
– SV Rochau
Elf weitere Vereine haben ihr Schiedsrichtersoll für die laufende Saison bereits zum jetzigen Zeitpunkt erfüllt und mehrere weitere Vereine werden dies in der verbleibenden Spielzeit noch erreichen. Nach dem Saisonende wird es aber auch einige Vereine geben, die ihr Schiedsrichtersoll nicht erreichen, weil sie entweder gar keine Schiedsrichter stellen, zu wenige Schiedsrichter melden oder die gemeldeten Schiedsrichter die Mindestanzahl an geforderten Einsätzen nicht erzielen.
Der Kreisfachverband Fußball Altmark-Ost versucht, für seine Vereine und die Schiedsrichter die Voraussetzungen für diese ehrenamtliche Tätigkeit so gut wie möglich zu gestalten. Dies soll geprägt sein von:
– Kommunikation auf Augenhöhe
– Wertschätzung
– Planbarkeit
– attraktive Aus- und Fortbildungen
– Teambildung
– innovative Projekte
– Anspruch an seine Schiedsrichter
– Werbemittel auf Vereine und den regionalen Schiedsrichtern abgestimmt
– Marketing
– Zuverlässige und erfahrene Ansprechpartner von Verbandsseite
Auch der Deutschlandfunk-Autor Benedikt Kaninski ist auf die ungewöhnlich positiven Schiedsrichterzahlen im Kreisfachverband Fußball Altmark-Ost aufmerksam geworden. Im Rahmen einer Schwerpunktsendung zum Schiedsrichterwesen in Deutschland kam der Präsident des Kreisfachverbandes Fußball Altmark-Ost, Michael Müller, in einem Interview zu Wort. Der Beitrag ist für einige Tage in der Audiothek abrufbar. Der Beitrag ist unter dem beigefügten Link nachzulesen.
* * * * Fußballverband in der Altmark trotzt Schiri-Mangel – Interview Michael Müller * * * *
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Dann melde dich einfach bei einem Mitglied des Schiedsrichterausschusses, ganz egal, ob du bereits in einem Verein aktiv bist oder noch auf der Suche bist. Es ist auch egal, ob du männlich, weiblich oder divers bist. Wir helfen dir gern beim Einstieg ins Schiedsrichterleben. Die Kontaktdaten des Schiedsrichterausschusses findest du hier.
