Stendal (PM LK/mm). Traditionell am letzten Freitag im November werden im Landkreis Stendal die Sportförderpreise verliehen. Dazu hatte der Kreissportbund (KSB) Stendal-Altmark am Freitagabend in das Ausbildungszentrum der Kreissparkasse geladen. Insgesamt sind 21 Sportförder- sowie drei Ehrenpreise überreicht worden. Die Band „Everything4U“ rahmte den Abend musikalisch ein.
Zu den Geehrten aus zahlreichen Sportarten gehörten auch einige Fußballer oder Fußballfunktionäre.
Herrenteam des SV Preußen Schönhausen
Als „Dorfmannschaft“ stieg das Herrenteam des SV Preußen Schönhausen im Sommer in die Landesliga der Herren auf und darf sich dort nun gegen etablierte Mannschaften aus Bismark, Osterburg, Staßfurt, Schönebeck oder Thale behaupten.
Der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt wurde durch kontinuierliche und über Jahre andauernde Nachwuchsarbeit in Zusammenarbeit mit Vereinen wie dem SV Germania Klietz oder dem FSV Saxonia Tangermünde erreicht. Das Vorzeigemodell Preußen Schönhausen zeigt, wie ein Verein auch im ländlichen Bereich mit Kooperationen erfolgreich sein kann.
Mit dem souveränen Aufstieg in die Landesliga und dem erstmaligen Gewinn des Altmark-Strom-Pokals der Stadtwerke Stendal im Sommer 2025 erreichte das erste Herrenteam alle sportlichen Ziele in der abgelaufenen Saison.
Auch von Rückschlägen ließ sich der einstige Dino der Kreisoberliga nicht abbringen. Sei es die dramatische Niederlage im Finale des Altmark-Strom-Pokals der Stadtwerke Stendal im Jahr 2022 in Klietz gegen Osterburg oder der Wegfall von Kooperationspartnern. Wenn sich irgendwo eine Tür schloss, öffnete sich anderswo wieder eine andere.
Bemerkenswert ist auch die Zusammenstellung des Herrenkaders. Dort spielen viele Jungs aus der Region, unterstützt von einigen Mitarbeitern des Polizeireviers Stendal. Nicht wenige der aktuell aktiven Spieler haben den gesamten Weg aus der Kreisoberliga mitbestritten, und ihre Namen sind in der Fußballfamilie Schönhausen keine Unbekannten, da bereits ihre Väter das Trikot der Preußen trugen, beispielsweise Braunschweig, Bleis oder Jürgens.
stellen müsste.
Thomas Weise
wie es im Vereinssport nun einmal so ist, gibt es für einen Verein gute und leider auch nicht ganz so gute Zeiten. Ich glaube, kein anderer Fußballverein in unserer Region hat die Höhen und Tiefen durchlebt, die der 1. FC Lok Stendal erlebt hat. In den Hochzeiten spielte er in der ersten Liga und im DFB-Pokalviertelfinale, dann folgten Abstiege und Insolvenzen.
Im Jahr 2019 befand sich der Verein in einer schwierigen Situation, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Es verließen regelmäßig zahlreiche Jugendspieler und verdiente Nachwuchstrainer den Verein. Kurz zuvor wurde zudem ein zweites Herrenteam aufgelöst. Es gab Streitigkeiten im Verein und in der Fanszene.
In dieser Zeit wurde Thomas Weise im November 2019 zum Vereinsvorsitzenden des 1. FC Lok Stendal gewählt. Seine Verbindungen zum aktiven Sport sind überschaubar, jedoch sind seine Vernetzung in der Region und sein überdurchschnittlicher Einsatz für den Verein sehr vorteilhaft. Seine Verbindung zum Verein geht auf seinen fußballbegeisterten Schwiegervater zurück, mit dem er regelmäßig das Stadion „Am Hölzchen“ besuchte.
Sechs Jahre später spielt das erste Herrenteam nach einem Abstieg in die Verbandsliga wieder in der Oberliga. Das zweite Herrenteam spielt wieder um Punkte in der Landesklasse. Einige ehemalige Nachwuchsspieler kehrten zum Verein zurück. Der Verein ist im Nachwuchsbereich breiter aufgestellt, beispielsweise mit drei Nachwuchsteams in der C-Jugend. Auch das Schiedsrichterwesen, ein weiteres Sorgenkind, wurde mit einer Ausbildungsoffensive angegangen.
Die Entwicklung des 1. FC Lok Stendal in den letzten sechs Jahren ist äußerst beachtlich. Natürlich mussten in der Vergangenheit auch schwierige Entscheidungen getroffen werden, die nicht von allen positiv bewertet wurden. Hinter dieser Entwicklung steht Vereinsvorsitzender Thomas Weise, der die Fäden zusammenhält – bis hin zu diversen Um- und Aufbauaktionen auf den genutzten Sportanlagen.
Familie Linda und Marco Suppelna
Im Kreisfachverband Fußball Altmark-Ost sind 44 Vereine mit rund 5.300 Mitgliedern organisiert. Einige dieser Vereine haben einen sehr leistungsorientierten Anspruch. Auf der anderen Seite gibt es kleine Vereine, besonders in ländlichen Regionen. Dort dient der Sport eher als sozialer Ankerpunkt in der Gemeinschaft. Der SV Heide Klein Schwechten ist ein solcher wichtiger sozialer Ankerpunkt in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck.
Wenn über den Fußball in Klein Schwechten gesprochen wird, kommt man um den Namen Suppelna nicht herum. Linda und Marco prägen seit vielen Jahren den Fußball in Klein Schwechten. Seit dem 11.07.2020 sind beide im Amt: Linda als Schriftführerin und Marco als stellvertretender Vereinsvorsitzender sowie als Ansprechpartner für den Fußball.
Linda ist die gute Fee in Klein Schwechten. An Spieltagen sichert sie den Verkauf ab, was auch mit vorherigen Einkäufen verbunden ist. Zudem organisiert sie mit der Lebenshilfe Osterburg, dass die Trikotsätze nach den Spielen immer gewaschen werden. Aber auch Tischtennis hat es Linda angetan: Nach einigen Jahren Pause spielt sie wieder bei der SG Post Stendal und baut gerade ein Team im Frauentischtennis mit auf. Als ob das nicht genug wäre, ist Linda seit Sommer 2024 auch die Ortsbürgermeisterin von Düsedau und Calberwisch.
Ihr Ehemann Marco steht dem in nichts nach. Sein eigentliches sportliches Zuhause war die Leichtathletik. Zum Fußball kam er erst spät, in der Saison 2011/12, und meldete sich beim SV Heide Klein Schwechten an. In seiner Grundschulzeit spielte er Fußball beim SV Grieben. Seit 2015 ist er beim SV Heide Klein Schwechten erster Ansprechpartner für die Öffentlichkeitsarbeit. Über den SV Heide Klein Schwechten gibt es die neuesten Informationen auf Facebook, Instagram und der Internetseite.
Unter seiner Regie gab es in den letzten Jahren einen erheblichen Aufwind in Sachen Fußball in Klein Schwechten. So stieg die erste Herrenvertretung im Sommer 2024 nach fast 30 Jahren wieder in die Kreisoberliga auf und seit Sommer 2024 nimmt auch wieder ein zweites Herrenteam nach vielen Jahren Pause am Spielbetrieb der Kreisklasse teil. Im März 2025 ertönte möglicherweise der historisch bedeutendste Anpfiff, als das Pflichtspiel der F-Junioren zwischen dem SV Heide Klein Schwechten und dem FSV Havelberg II begann. Aus den historischen Unterlagen des Vereins und des Kreisfachverbandes ließ sich nicht entnehmen, dass es jemals zuvor ein Nachwuchsteam in Klein Schwechten gab. Zur Rückrunde wird sogar ein zweites Nachwuchsteam in den Spielbetrieb gehen. Auch im Schiedsrichterwesen ist der Verein mit drei gemeldeten Schiedsrichtern sehr gut aufgestellt, da nur zwei Schiedsrichter benötigt werden, die ihr Soll erfüllen.
Herrenteam des 1. FC Lok Stendal
Das Herrenteam des 1. FC Lok Stendal führte in der Rückrunde der Verbandsliga lange mit drei Punkten Vorsprung vor dem SSC Weißenfels. Vor dem letzten Spieltag lag der SSC Weißenfeld jedoch wieder mit einem Punkt und 19 Toren Vorsprung vor den Stendalern, da die Altmärker im Mai zweimal nur unentschieden spielten.
Weißenfeld spielte zu Hause gegen Halle-Ammendorf. Die Stendaler reisten nach Gardelegen, das in der Tabelle zwei Plätze vor dem Abstiegsplatz stand.
Somit hatte Weißenfeld das Momentum auf seiner Seite, denn die letzte Niederlage gegen Haldensleben lag fast drei Monate zurück und seitdem spielte Weißenfeld nur einmal unentschieden, und zwar gegen Stendal Ende April.
Felix Schneider brachte Weißenfeld in der 34. Minute mit 1:0 in Führung, weil Halle den Ball nicht klären konnte.
Für Halle-Ammendorf ging es um nichts mehr. Vor dem Spiel war klar, dass sie den fünften Platz in der Abschlusstabelle erreichen würden. Trotzdem warf Halle-Ammendorf in der Nachspielzeit alles nach vorne. Selbst Torwart Janek Elm ging im laufenden Spiel mit nach vorne und störte den Mannschaftskapitän der Weißenfelder, Jonas Schumann, bei einer Kopfballabwehr, sodass Marcio Pälchen in der 94. Spielminute zum 1:1 einschieben konnte.
In Gardelegen steht es zu diesem Zeitpunkt immer noch 0:0. Da die direkten Abstiegskonkurrenten aus Haldensleben und Westerhausen führen, benötigen die Gardelegender mindestens einen Punkt, um in der Verbandsliga zu bleiben. Gegen Ende des Spiels haben die Gardelegender mehr Spielanteile. Sie können den größeren Spielanteil jedoch nicht für ein Tor nutzen. Durch das gute Stellungsspiel der Stendaler, einen Schiedsrichterassistenten auf Höhe und etwas Glück steht es immer noch 0:0.
Es läuft die 95. Spielminute, die fünfte Minute der Nachspielzeit.
In dieser 95. Spielminute bekamen die Stendaler einige Wochen zuvor das Gegentor im Landespokalfinale gegen den Halleschen FC und verloren unglücklich mit 0:1. Damals verspielte Niklas Buschke den Ball bei einem Angriff. Felix Knoblich konnte sich nur mit einem Foul behelfen, Johannes Mahrhold konnte den Freistoß nur zu einer Ecke klären, woraus das entscheidende Tor für Halle fiel.
Zurück zur 95. Spielminute im Spiel gegen Gardelegen. Kurz vor der Torauslinie wirft Felix Knoblich einen langen Einwurf. Florian Stark verlängert per Kopf auf Johannes Mahrhold, der artistisch weiter zu Niclas Buschke passt, welcher direkt zum umjubelten 1:0 für Stendal trifft – nur Sekunden nach dem Ausgleich durch Weißenfels. Kurz darauf ist in beiden Spielen Schluss und der 1. FC Lok Stendal wird damit Landesmeister der Saison 2024/25, während Weißenfels zum vierten Mal in Folge nur Vize-Landesmeister wird.
So kann es im Sport innerhalb kurzer Zeit gehen. Einige Wochen zuvor waren die Aktionen der Spieler Knoblich, Mahrhold und Buschke noch unglücklich, doch in Gardelegen führten sie das Team zum Sieg. Knoblich, Mahrhold, Stark und Buschke sind vier Fußballer aus unserer Region.
Jürgen Classe
Jürgen Classe entschied sich bereits früh für den Fußball und lief ab seinem 10. Lebensjahr bei Empor Tangermünde dem Ball hinterher.
Leider stoppte eine Verletzung Jürgen frühzeitig im aktiven Fußballspielbetrieb, wobei sein angestammter Platz auf dem Feld als Torwart zwischen den beiden Torpfosten war bzw. ist.
Nach seiner aktiven Zeit widmete er sich frühzeitig dem Nachwuchs als Nachwuchstrainer und trainierte viele Jahre lang. Später wechselte er in den Herrenbereich, wo er über viele Jahrzehnte im Betreuer- und Trainerstab aktiv war.
Was könnte nach dem Nachwuchs und den Herren noch folgen, wenn man sich als Ehrenamtler beim Fußball in Tangermünde engagiert? Natürlich das Damenteam, bei dem Jürgen ebenfalls viele Jahre im Trainer- und Betreuerstab tätig war.
Aufgrund seiner Sportverletzung konnte Jürgen zwar nicht lange im Spielbetrieb in Tangermünde aktiv Fußball spielen, dafür konnte er aber viele Jahre bei den „Alten Herren” locker aufspielen. Dort hat er nun endgültig seine Fußballschuhe an den berühmten Nagel gehängt.
Alle Ehrungen in der Übersicht:
Sportförderpreise
Rania Heidel, SV 90 Havelberg
Thora Feißel, Stendaler LV 92
Selina Stoppa, SV Eichstedt
Männermannschaft Fußball, SV Preussen Schönhausen
Sviattoslav Hudzeko, Stendaler Judoverein
Lena Ahrendt, Badmintonverein Stendal
U18-Auswahl, KKV Stendal
Thoralf Müller, SV Germania Klietz
Team Sportmuseum, Hansestadt Stendal
Klaus Rählert, MFC Albators
Ingo Riedel, TSV Tangermünde
Ronny Leider, SG Einheit Stendal
Thom Hein, SV Grieben 47
Organisationsteam Sitzball, BRS SV Stendal
Marlies Kaspareit, BRS SV Stendal
Thomas Weise, 1. FC Lok Stendal
Linda und Marco Suppelna, SV Heide Klein Schwechten
Team Wild Steps, Tanzzentrum Stendal
Männermannschaft Fußball, 1. FC Lok Stendal
Mannschaft Luftpistole, Schützengilde Seehausen
Ehrenpreise
Olaf Stehwien, TSV Tangermünde
Jürgen Classe, FSV Saxonia Tangermünde
Antje Elfert, Stendaler Judoverein
Der KFV-Altmark-Ost möchte den Ausgezeichneten herzlich gratulieren und alle Vereine motivieren, verdienstvolle Personen für Auszeichnungsaktionen vorzuschlagen. Eine Möglichkeit dazu ist der Sportförderpreis 2026.
Bildquelle:Stefan Rühling










