Zlatibor (PM DGSV/mm). Nach einem Sichtungslehrgang und zwei intensiven Vorbereitungslehrgängen – einer davon im April an der Landessportschule Sachsen-Anhalt in Osterburg – stand für die deutsche U23-Nationalmannschaft der Gehörlosen ein ganz besonderes Highlight an: die erste Fußball-U23-Weltmeisterschaft der Gehörlosen in Zlatibor, Serbien.
Vom 11. bis 24. Mai 2026 trafen dort Nationalteams aus Deutschland, Großbritannien, Polen, der Ukraine, der Türkei, Japan, Kenia, Liberia und dem Gastgeberland Serbien aufeinander.
Die vergangenen Monate nutzte das deutsche Team intensiv zur Vorbereitung auf dieses historische Turnier. Neben taktischen Abläufen und spielerischen Elementen standen dabei auch Teamgeist, Disziplin und die mannschaftliche Geschlossenheit im Mittelpunkt. Dabei entwickelte sich die Mannschaft sportlich und persönlich zu einer starken Einheit.
Die Premiere der U23-Weltmeisterschaft war ein wichtiger Schritt für die Förderung des internationalen Nachwuchsfußballs für Menschen mit Gehörbeeinträchtigung. Ziel des Wettbewerbs war es, jungen Talenten zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und den sportlichen Austausch zwischen den Nationen weiter zu stärken.
Die deutsche U23 reiste hoch motiviert und mit klaren Zielen nach Serbien und wollte bei der ersten Ausgabe dieses internationalen Turniers sportlich wie auch menschlich überzeugen.
Mit einem 0:0 gegen die favorisierte Mannschaft aus Großbritannien startete das Abenteuer Weltmeisterschaft. Mit einem hochverdienten und letztlich nie gefährdeten 2:0-Erfolg über Polen feierte die U23 einen wichtigen Sieg im zweiten Gruppenspiel. Im letzten Gruppenspiel wurde ein überzeugendes 7:1 gegen Liberia erspielt und damit der Einzug ins Halbfinale perfekt gemacht.
Trotz einer sehr starken Leistung verpasste die U23-Nationalmannschaft den Finaleinzug bei der WM gegen die Türkei denkbar knapp mit 0:1.
Zum Abschluss der U23-Weltmeisterschaft fanden die beiden Finalspiele statt. Im Spiel um Platz drei trafen Großbritannien und Deutschland aufeinander. Wie bereits im Eröffnungsspiel entwickelte sich erneut ein umkämpftes Spiel, in dem um jeden Meter Rasen gefightet wurde.
Mit dem 3:1 sicherte sich Deutschland Platz drei – ein Erfolg. Nach dem Schlusspfiff feierte die Mannschaft gemeinsam mit den mitgereisten Fans.
Weitere positive Nachrichten gab es nach dem Finale zwischen Japan und der Türkei, welches die Türkei mit 2:1 gewann und sich damit den ersten Weltmeistertitel bei der U23-Weltmeisterschaft der Gehörlosen sicherte. Bei der Siegerehrung wurden Nicolas Wojciak als bester U19-Spieler und Bundestrainer Georg Schnieders als bester Trainer der Weltmeisterschaft ausgezeichnet.
Ein weiterer Gänsehautmoment folgte auf dem Rückflug, als der Flugkapitän die „besonderen Gäste“ im Flieger begrüßte und tosender Beifall in der Kabine aufkam.
„Ich bin bannig stolz auf die Jungs“, sagte Bundestrainer Georg Schnieders nach dem Turnier. „In den 16 Tagen, in denen die Mannschaft unterwegs war, hat es nicht einen Konflikt gegeben. Die gesamte Atmosphäre hat von Beginn an bis zum Hotel oder den Abläufen an den Spieltagen bestens geklappt.“
„Ein herzlicher Dank geht auch an das Team der Landessportschule Sachsen-Anhalt, wo ein Grundstein für den Erfolg in Serbien gelegt wurde. Gerne kommen wir wieder nach Osterburg, vielleicht auch zur Vorbereitung der nächsten Weltmeisterschaft im Jahr 2028, die wahrscheinlich in Leipzig ausgetragen wird. Die Bestätigung durch den Verband steht jedoch noch aus“, so Schnieders abschließend.
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