Berlin/Stendal (aju/mm). Einen Tag vor dem DFB-Pokalfinale fand in Berlin die zweite Hartplatzhelden-Konferenz statt. Bei dieser Veranstaltung sollte aufgezeigt werden, welchen Beitrag der Amateurfußball für die Demokratie leistet und welche Unterstützung er benötigt, um diese Leistung auch in Zukunft erbringen zu können. Die Hartplatzhelden sind eine seit 2006 bestehende, ehrenamtliche Interessenvertretung des Amateurfußballs.
Wer sich engagiert, erfährt Wertschätzung. Mit anderen zu kooperieren, Ziele gemeinsam zu bestimmen und sich zu kümmern, stiftet Sinn. Wer etwas für andere tut, tut etwas für sich. Sport bietet dazu vielfältige Möglichkeiten und bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Im Sportverein, im Fußballverein an der Basis beginnt die Demokratie, so die Einleitung zur Hartplatzhelden-Konferenz.
Bei der Hartplatzhelden-Konferenz 2026 hatten Fußballvereine und ihre Mitglieder die Möglichkeit, ihr Engagement zu präsentieren. Ehrenamtliche berichteten, welche Auswirkungen ihr Einsatz auf sie hat. Vereine stellten vor, wie Mitbestimmung neu gedacht werden kann.
Unter den gut 150 Anwesenden befand sich auch eine Delegation der regionalen Fußballfamilie, bestehend aus Sven Jaluschka (1. FC Lok Stendal), Klaus Krebs (Unterstützer des KFV), Marcus Kronfeld (Kinderstärken), Michael Müller (KFV Altmark-Ost), Sebastian Schäfer (SSV Havelwinkel Warnau), Hartmut Wildermuth (FSV Havelberg) und Alexander Wittwer (Kinderstärken).
Die zweite Hartplatzhelden-Konferenz wurde durch den Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, Bernhard Straub, eröffnet. Im Anschluss hielt der Rektor der Sporthochschule Köln, Ansgar Thiel, einen sehr interessanten Impulsvortrag zum Thema „Sind Sportler die besseren Demokraten“.
Anschließend fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sportvereine – ihr Engagement und Wert für die Gesellschaft“ mit Philipp Lahm (Initiator von „treffpunkt verein“), Dr. Christiane Schenderlein (Staatsministerin für Sport und Ehrenamt), Ansgar Thiel und Ute Groth (Vorständin von TUSA Düsseldorf und Bundesverdienstkreuzträgerin) unter der Moderation von Oliver Fritsch (Die Zeit) statt. Es bestand auch die Möglichkeit, sich mit Fragen an der Podiumsdiskussion zu beteiligen, wovon auch Alexander Wittwer Gebrauch machte.
Nach der Mittagspause konnten die Anwesenden einem Interview mit Alexander Wehrle beiwohnen und Fragen stellen. Wehrle ist Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart und Aufsichtsratsvorsitzender der DFB GmbH & Co. KG.
Im Anschluss konnte jeder Teilnehmer an zwei von insgesamt sieben Workshops teilnehmen. Die Inhalte der Workshops waren sehr vielfältig und reichten von der Vermittlung von Demokratiekompetenzen und der Bildung eines Community-Rats über den respektvollen Umgang und die Vorstellung des DFB-Masterplans bis hin zur Teilhabe von Frauen und Mädchen, Strategien zur Stärkung des Ehrenamtes, der Hinterfragung traditioneller Männlichkeits- und Rollenbilder und einem inklusiven Miteinander. In den Workshops gaben Fachleute von der Basis und aus der Wissenschaft ihre Expertise weiter. Es wurde Wissen ausgetauscht, Lösungen für aktuelle Herausforderungen diskutiert und erörtert, wie Vereine als „Schulen der Demokratie“ noch besser unterstützt werden können. Nach den Workshops wurden die Ergebnisse vorgestellt.
Neben den angebotenen Programmpunkten auf der Konferenz gab es auch ausreichend Zeit, um mit weiteren Teilnehmern ins Gespräch zu kommen – sei es erneut oder erstmals. So wurden unter anderem intensive Gespräche mit Breschkai Ferhad (Referentin für gesellschaftliche Verantwortung beim DFB), Philipp Lahm, Roman und Lukas Grill (Philipp-Lahm-Stiftung), Michael Franke (FT Gern München), Dr. Larissa Kuhn (Beisheim-Stiftung) und Tim Frohwein (Treffpunkt Verein) geführt. Durch die kürzlich stattgefundene dritte Ehrenamtsfahrt des KFV Altmark-Ost nach München hat sich zudem eine sehr positive Vernetzung mit den Hartplatzhelden ergeben, die in Berlin noch weiter intensiviert wurde.
Auch die Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein wollte mit Vereinsvertretern in den Austausch treten. Neben Cafer Kaya (SV Rhenania Hamborn) war KFV-Präsident Michael Müller der zweite Vertreter bei einem gut 30-minütigen Austausch in Berlin. Folgegespräche sind nicht ausgeschlossen.
Bei der zweiten Hartplatzhelden-Konferenz waren auch zahlreiche Medienvertreter anwesend. Sie bauten teilweise kleine, auf den Amateurfußball ausgelegte Studios in den Räumlichkeiten der Robert-Bosch-Stiftung auf. Zur positiven Überraschung von Müller hing ein Wimpel des Kreisfachverbandes Fußball Altmark-Ost als Requisite an der Wand.
„Ich bedanke mich, dass ich an der zweiten Hartplatzhelden-Konferenz in Berlin teilnehmen durfte. Dieser Tag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben“, so das Fazit von Klaus Krebs nach der Veranstaltung.














